Annika wurde am 16. September 1994 geboren und hat sich seit ihrem 6. Lebensjahr einen Hund gewünscht. Weihnachten 2005 gab's dann kein Halten mehr: sie war fest entschlossen, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen und die Verantwortung für das Tier zu übernehmen. Nach längeren Recherchen mittels Bücher und Internet haben wir uns dann, gemeinsam mit der ganzen Familie, für einen ENTLEBUCHER SENNENHUND entschlossen. Diese kleinste Ausgabe der Schweizer Sennenhunde fanden wir besonders schön und die Charaktereigenschaften überzeugten uns vollends: Entlebucher sind temperamentvoll, intelligent, anhänglich, lernfreudig, arbeitstüchtig und sportlich.

Am 8. Mai 2006 wurde IAKI (Stammbaum) geboren, auf der Zuchtstätte Schädelzmatt in Lommiswil bei Solothurn (www.entlebucher-sennenhund.ch). Sie hat noch einen Bruder, der mit 10 Wochen nach Amerika ausgewandert ist (www.urban-max.com). Papa ist Zeno vom Glichenberg und Mama Reika vom Chöpfli.

Nachdem Annika und Familie bei den "Schädelzmattern" vorstellig geworden waren, durften wir uns auf das zukünftige Familienmitglied freuen: IAKI sollte zu uns gehören! Der Name kommt daher, dass es sich um einen I-Wurf handelte und wir uns ursprünglich einen Buben vorgestellt hatten, der IACO heissen sollte. Daraus wurde dann Iaki - kurz und bündig und für einen Hund gut zu hören.

Wir haben IAKI ein paar Mal besucht, bevor wir sie dann am 15. Juli 2006 mit 10 Wochen nach Hause geholt haben. IAKI war vorbildlich: das Autofahren hat ihr überhaupt nichts ausgemacht und die anfängliche Unsicherheit war bald überwunden. Annika hat sie allerdings auch 3 volle Stunden auf dem Arm gehalten! Wir sind über den Gotthard-Pass gefahren und haben Iaki Frischluft schnuppern lassen.

Wie alle Hundebabys und Entlebucher insbesondere, war sie natürlich wunderschön und kuschelig anzuschauen, sooo süüüsss.... Allerdings hatten wir uns bei Hofers genau erkundigt und waren fachgerecht instruiert worden: die Hundeerziehung beginnt am ersten Tag und da gibt es kein Pardon. Demzufolge waren die ersten 4 Wochen dann auch recht arbeitsintensiv: Sauberkeitserziehung, Sitz, Futtergabe und das "Schlimmste": zum Schlafen ging's in die Hundehütte auf der Terrasse. (Über dieses Thema haben wir alle möglichen Diskussionen geführt, mit pro und contra und wider und aber und haben uns auch alle möglichen Argumente und Gegenargumente angehört..) Aber unser Entschluss stand fest: geschlafen wird in der Hütte (ist übrigens so teuer wie ein Mini-Einfamilienhaus). Die erste Nacht war friedlich: IAKI war so müde, dass sie gar nicht mitbekommen hat, wo sie schlief. Die zweite und dritte hiess es dann Zähne zusammen beissen, denn natürlich hat das arme Wesen geweint und konnte nicht verstehen, warum wir es allein im Dunkeln liessen. Die Hütte hatten wir mit Kuscheldecke, Stofftier und einem T-Shirt von Annika präpariert, ausserdem ein gebrauchtes Handtuch von der Schädelzmatt. Tatsache ist: es war alles halb so schlimm und wir wissen nicht, wer mehr gelitten hat: wir, die wir das durchziehen mussten, obwohl wir Bauchschmerzen bekamen, oder Iaki, die sich fügen musste. Nach einer Woche war das Thema durch und IAKI schläft seitdem in ihrer Hütte (ausser während der Läufigkeit). Da wir alle entweder arbeiten oder in die Schule gehen, war das für uns die beste Lösung und hat auch IAKI keinen Schaden zugefügt. Mittlerweile ist es so, dass sie und unsere Katze Ginger ihre Schlafplätze "Tür an Tür" haben und morgens einträchtig vor der Küchentür sitzen um ihr Futter zu bekommen.

Iaki bleibt nie länger als eine, höchstens mal zwei Stunden alleine. Wir haben uns so organisiert, Dank auch unserer "Nonna", dass sie eigentlich immer Gesellschaft hat. Sie ist absolut kein Hund, der stundenlang alleine in der Wohnung oder im Garten bleibt, sondern braucht Nähe und Beschäftigung. Man kann wirklich alles mit ihr machen, Hauptsache, sie ist dabei und zusammen mit ihrer Familie. Da wir keine Stadtmenschen sind und uns eher selten ins Getümmel werfen, haben wir sie nicht an den Betrieb im Zentrum gewöhnt und wenn's halt doch mal sein muss, dann ist sie ganz konfus und weiss vor lauter Eindrücken nicht mehr wohin mit sich (geht uns auch so...).

Mit IAKI haben wir einen Sechser im Lotto gezogen: sie war leicht erziehbar (aber Konsequenz und Durchhalten von unserer Seite ist schon nötig), bellt nie ohne triftigen Grund, ist immer fröhlich und aufmerksam, spielt gerne und kennt absolut keine Agressionen. Dieses überdurchschnittlich grosse Sozialverhalten hat dazu geführt, dass sie heute als "Lehrerin" in die Welpenkurse gerufen wird: sie sorgt dort für Ausgeglichenheit und spielt auch mal mit besonderen Temperamentsbolzen. Annika ist mit IAKI in die Welpenschule gegangen, hat den Grundkurs Obedience besucht und geht einmal pro Woche zum Agility Sport. IAKI ist vollkommen angstfrei und macht alle Übungen aus dem eff eff. Allerdings darf sie nicht zu hungrig sein, sonst konzentriert sie sich nicht und hofft nur auf's Fressen. Das ist auch so ein Entlebucher-Thema, das typisch ist. IAKI könnte, wie die meisten ihrer Artgenossen, den ganzen Tag schlemmern! Von Niveacrème bis gemähtes Gras und Kuhsch.... hat sie schon alles probiert.

Eine der schönsten Annekdoten ist die vom 28. September 2006, dem Geburtstag unserer Nonna: um sieben Uhr morgens klingelt das Telefon: die Nonna ist dran und fragt, ob wir unseren Hund gesehen haben? Können wir gar nicht, denn IAKI, gerade mal 4 Monate und 20 Tage alt, ist ab durch die Mitte, über drei Strassen und sitzt bei der Nonna, die an diesem Tag 68 Jahre alt wird, unterm Fenster und begehrt Einlass. Solche Geburtstagswünsche sind wirklich eine Seltenheit.

IAKI's beste Freundin heisst Emma, eine schwarze Labradorhündin. Mit Emma wird stundenlang gespielt und getobt und gerauft und auch jetzt noch, wo Emma weiter weg gezogen ist, freuen sich die beiden über jedes Wiedersehen. IAKI's liebstes Spielzeug ist ein Stoffknoten und das Frisbee: jedem Besucher wird das Spielzeug mit der Aufforderung "spiel mit mir" gezeigt.

Und dann gibt's da noch etwas, was ihr halt im Blut liegt und das sie wahrscheinlich von Geburt an kennt: das Leuten von Kuhglocken! Da flippt sie total aus und kann sich gar nicht mehr einkriegen. Im Sommer 2007 durfte IAKI auch zum ersten Mal beweisen, dass sie ein echter Sennen- und Treibhund ist: wir waren einmal mit ihr auf einer Alm mit Käserei und sie hat dort kräftig mitgeholfen. Ohne jegliche Vorausbildung hat sie die Ziegen zusammen getrommelt und vom Berg in den Stall getrieben; die Kühe wurden mittels Gebell und vor- und zurück laufen in eine Reihe gestellt und dann nach Hause begleitet; eine wirkliche Erleichterung für die jungen Almhüter. Sie haben sich jetzt entschlossen, für die nächste Saison einen ausgebildeten Hund "anzustellen".

Als Iaki 3/4 Monate alt war, hat sie immer wieder versucht, Annika oder Mama in die Fersen zu beissen: wir konnten es ihr nicht abgewöhnen. Das war das einzige Mal, dass wir schwereres Geschütz auffahren mussten: als sie es wieder bei Annika versucht hat, haben wir sie "unterworfen" und "nein" gesagt, also auf den Rücken gedreht, Kopf zurück gehalten und solange in die Augen geschaut, bis sie nachgegeben hat. Es hat definitiv funktioniert: sie hat nie wieder nach irgend jemandes Fersen geschnappt.

Wir gehen mit IAKI viel in die Berge und Täler und schauen immer, dass sie frei laufen und toben kann, denn das tut ihr und uns gut. Wenn wir mal weniger Zeit haben, lässt Annika sich Beschäftigungsspiele einfallen, an denen sie viel Freude hat. IAKI lernt unglaublich schnell und man muss sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen.

Dank Internet findet immer wieder ein Austausch über Entlebucher statt; vor allem Sabine Mancosu mit ihrer wunderschönen homepage (www.happyentlebucher.ch) ist eine eifrige Schreiberin und hat uns am Anfang ein paar Mal mit guten Ratschägen zur Seite gestanden. Die website von Happy ist immer wieder ein Augenschmaus, die gelungenen Foto's und Stories sind wirklich was Besonderes und auch sehr informativ.

IAKI ist Mitglied beim Schweizerischen Club für Entlebucher Sennenhunde (www.entlebuchersennenhunde.ch) und vielleicht können wir uns zu der Entscheidung durchringen, sie zu einer Ankörung anzumelden. Es wäre wirklich schön, wenn unsere IAKI all ihre guten innerlichen und äusserlichen Eigenschaften weitervererben könnte und damit zum Fortbestand dieser Rasse beiträgt. Aber wir müssen ehrlich sein: können wir soviel Zeit aufbringen und uns korrekt und fachmännisch um Welpenaufzucht und alles was dazu gehört kümmern? Wir haben ja noch ein bisschen Zeit...